Vertebropexie: Sehnenbasierte Alternative zur Wirbelsäulenversteifung
Die klassische Wirbelsäulenversteifung (Spinale Fusion) gilt nach wie vor als Standardtherapie bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule. Trotz ihrer weiten Verbreitung ist sie mit erheblichen Komplikationen verbunden – darunter Implantatversagen, Pseudarthrose und die sogenannte Anschlusssegmentdegeneration (ASD). Diese führen zu Reoperationsraten von bis zu 40 % und machen in ca. 30 % der Fälle innerhalb von 15 Jahren eine Revisionsoperation erforderlich. Die Folge: eingeschränkte Patientenergebnisse und hohe Gesundheitskosten weltweit.
Vertebropexie als neue Lösung
Vor dem Hintergrund dieser Limitationen wurde die Vertebropexie als neuartiger Ansatz entwickelt. Ziel ist es, degenerierte Wirbelsäulensegmente durch eine sehnenbasierte Fixation zu stabilisieren – und dabei einen Teil der Beweglichkeit der Wirbelsäulensegmente zu erhalten. Dies könnte die Komplikationen der starren Fusion reduzieren.
Tierstudie am Schaf
In einem Tiermodell wird die biologische Integration von Sehnentransplantaten untersucht:
Ziel ist die Etablierung eines standardisierten chirurgischen Verfahrens zur Implantation von Sehnentransplantaten an der Wirbelsäule.
Methoden:
- Zwei verschiedene Vertebropexie-Techniken werden in unterschiedlichen Segmenten der Lendenwirbelsäule implantiert.
Abbildung 1: Simulation der verschiedenen Fixationstechniken der Sehne an den Dornfortsätzen der Wirbelsäule.
- Evaluationszeitpunkte: 3, 6 und 12 Monate
- Bildgebung und histologische Analyse zur Beurteilung der Osseointegration und Sehne-zu-Sehne-Heilung.
Die Ergebnisse dieser Studie sollen entscheidende Erkenntnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit der Vertebropexie liefern – mit dem langfristigen Ziel, eine effektive Alternative zur Wirbelsäulenversteifung zu etablieren.
Abbildung 2: Darstellung des Segmentschnitts mit Sehne um die Dornfortsätze und Fixation mittels Fadenmaterial (links) und Histolgie (rechts).